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Chirurgisch relevante Anatomie

Die Schilddrüse, Glandula thyroidea, liegt mit Kehlkopf, Trachea und Ösophagus in der Regio cervicalis anterior. Sie ist von einer bindegewebigen Kapsel überzogen, die aus einem inneren und einem äußeren Blatt besteht. Die Capsula interna als inneres Blatt ist zart und dünn; sie ist mit der Drüsenoberfläche verwachsen. Das äußere, derbe Blatt, Capsula externa, ist die „chirurgische Kapsel“. Zwischen den beiden Kapseln verlaufen die größeren Äste der Schilddrüsengefäße; zudem liegen in diesem Verschiebespalt die Nebenschilddrüsen, Glandulae parathyroideae. Die äußere Kapsel ist  Teil der mittleren Halsfaszie, Lamina pretrachealis, die die unteren Zungenbeinmuskeln einscheidet. Die Muskeln bedecken die Schilddrüse von vorn. Über die Capsula externa ist die Schilddrüse fest mit der Trachea verbunden (Ligamentum suspensorium posterius, Berry`s Ligament), so dass sie deren Schluckbewegungen folgt.  Die Drüse des Erwachsenen umrahmt bei normaler Größe (Breite 6-9 cm, Höhe 3-4 cm, im Lappenbereich 1,5-2 cm Dicke) und Gewicht (25-60 Gramm) den Schildknorpel unten und zu beiden Seiten. Die beiden Lappen, Lobi, der Drüse, die meist annähernd gleich geformt sind (stark ungleiche Größe der Lappen oder Fehlen eines Lappens sind selten), liegen unten den ersten Trachealspangen, oben dem Kehlkopf und hinten der Seitenwand des Ösophagus an. Dort grenzen sie an die Vagina carotica.

Auf Höhe des 2. – 4. Trachealknorpels sind die beiden Lobi durch den queren Isthmus glandulae thyroideae (Länge 1 -1,5 cm) verbunden, der in seiner kraniokaudalen Höhe zwar sehr variabel ist, aber nur selten (3-5%) fehlt. Ein Processus pyramidalis (vorhanden in 40 – 60 %) als Rest des Ductus thyroglossus steigt, meist links versetzt, vom Isthmus auf und kann bis zum Zungenbein drüsig sein. Selten (ca. 1 %) sind zwei, von den oberen Polen der Lobi aufsteigende Processus pyramidales vorhanden. 

Gefäß- und Nervenversorgung

Die arterielle Versorgung erfolgt zum einen aus der A. thyroidea superior,  normalerweise erster Ast der A. carotis externa. Der Ursprung der oberen Schilddrüsenarterie liegt gleich oberhalb der Schildknorpellamina. Die Arterie läuft über den M. constrictor pharyngis inferior, um dann den oberen Pol des Lappens zu erreichen. Vorher gibt sie einen Ast an den Isthmus und, falls vorhanden, an den Lobus pyramidalis ab. Meist wird durch sie über einen weiteren Ast  auch die kraniale Nebenschilddrüse versorgt. In variabler Weise wird die Arterie entweder dicht oberhalb des Pols oder auch hinter diesem vom Ramus externus des N. laryngeus superior gekreuzt. Dieser ist bei der Mobilierung des oberen Pols gefährdet.

Die Arteria thyroidea inferior ist in der Regel Ast des Truncus thyrocervicalis (85 %). Sie kann aber auch unmittelbar der A. subclavia (8 %). der A. vertebralis (1 %), der A. thoracica interna (1 %) oder der A. carotis communis (1 %) entspringen. In drei Prozent der Fälle fehlt sie. Die Arterie steigt hinter der A. carotis communis und der V. jugularis interna  nach kranial und legt sich auf den M. longus colli; d.h. sie liegt tief unter der tiefen Halsfaszie, Lamina prevertebralis. Um zur Schilddrüse  zu gelangen (unterer Pol und Vorderseite), muss sie diese Faszie durchbrechen. Dann zweigt sie sich in 2 -3 Äste auf, die sich mit dem N. laryngeus recurrens kreuzen. 

Der Nervus laryngeus recurrens liegt entweder  lateral oder vor der tracheo-ösophagealen Rinne. In Bezug zur A. thyroidea inferior liegt der Nerv  unter dem Gefäß (und damit tiefer). Dies trifft mehr für die linke Seite als für die rechte, wo der Nerv häufiger vor der Arterie liegt. Es sind fast 30 Lagevarianten Nerv/Arterie beschrieben, wobei  bei allen  die Über- oder Unterkreuzung von Nerv und Arterie an der Hinterkante des Schilddrüsenlappens von chirurgischer Bedeutung ist.

Eine aus dem Truncus brachiocephalicus, der rechten A. carotis communis oder aus dem Aortenbogen entspringende A. thyroidea ima kommt in 10 % der Fälle vor.

Obere und untere Schilddrüsenarterie bilden innerhalb der Lobi zahlreiche Anastomosen.

Die venöse Drainage erfolgt über einen Venenplexus, Plexus thyroideus impar, der in die Vena thyroidea inferior ableitet. 

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