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Chirurgisch relevante Anatomie

Der Mastdarm (Rektum) ist die Fortsetzung des Colon sigmoideum und beginnt am kranialen Rand des III. Sakralwirbels. Hier verliert sich das Meso des Colon sigmoideum, Tänien und Appendices omentales und Haustren sind nicht mehr ausgebildet. Beim Erwachsenen ist der Mastdarm etwa 15-16 cm lang. Entgegen seiner Bezeichnung (“Rektum“) weist der Mastdarm konstant zwei in der sagittalen Ebene gelegene Krümmungen auf. Die obere Flexura sacralis liegt noch retroperitoneal, während die Flexura perinealis, bereits dem Analkanal zugehörig, extraperitoneal gelegen ist. Neben diesen in der Sagittalen gelegenen Krümmungen kommen noch drei individuell unterschiedlich ausgeprägte, laterale Krümmungen vor. Diese sind nicht Ausdruck eines temporären Funktionszustandes, sondern bereits nach dem dritten Embryonalmonat vorhanden. Die obere und die untere Lateralkrümmung sind konkav nach links, die mittlere konkav nach rechts ausladend. Einschnürungen, an der Außenwand des Rektums erkennbar, entsprechen den von seitlich in das Lumen vorspringenden Plicae transversae recti (sog. Houston-Klappen). Die horizontal stehenden, halbmondförmigen Klappen werden – ausgenommen die äußere Längsmukulatur – von allen Schichten der Rektumwand gebildet. Die Plica media (Kohlrauschfalte) liegt auf der rechten Seite 6 cm proximal der Afteröffnung. Die obere und die untere Plica liegen links und sind weniger prominent. Als Ampulla recti wird der kaudalste Teil des Mastdarms bezeichnet. Sie liegt zwischen der Plica transversalis recti media und der Junctio anorectalis. Die Ampulle stellt den dehnbarsten Teil des Rektums dar.

Die arterielle Versorgung des Rektums erfolgt über die unpaare A. rectalis superior aus der A. mesenterica inferior, die paarige A. rectalis media (oft nicht angelegt) aus der A. iliaca interna und die paarige A. rectalis inferior aus der A. pudenda interna. Obwohl in der Versorgung individuelle Varianzen vorkommen, hat die A. rectalis superior stets das größte Versorgungsgebiet (obere drei Viertel des Rektums). Das untere Viertel übernehmen in variabler Form die A. rectalis media und die A. rectalis inferior. Die drei Rektalarterien bilden untereinander zahlreiche Anastomosen.

Die venöse Drainage übernehmen gleichnamige, die Arterien begleitende Venen, wobei über die V. rectalis superior Anschluss an das Portalvenensystem der Leber besteht.    

Topografisch hat das Rektum dorsal enge Beziehung zu den M. piriformis, M. levator ani und M. coccygeus, die eine konkave Mulde für die Hinter- und Seitenwand des Rektums bilden. Zwischen Muskelbett und Mastdarmhinterwand sind die Sakralgefäße sowie der Truncus symphaticus gelegen.

Ventral berührt der intraperitoneale Abschnitt des Rektums den Endabschnitt des Sigmoids. Unter dem peritonealen Umschlag bestehen mittig Beziehungen zur Harnblasenrückwand, seitlich zum Ductus deferens und den Samenbläschen. Die Vorderwand der Ampulla berührt die Prostata rückwärtig. Bei der Frau berührt das untere Rektumdrittel unmittelbar das mittlere Vaginadrittel.

Die sog. mesorektalen Hüllfaszien umgeben mit einem viszeralen Blatt (Fascia pelvis visceralis) als Fascia recti den Mastdarm, der selbst in einem Fett- und Bindegewebe enthaltenden Kompartiment, dem Mesorektum, gelegen ist. Das parietale Blatt, Fascia pelvis parietalis (Waldeyer), überkleidet Muskeln und Skelettelemente der Beckeninnenwand. Von vorn legt sich der Fasci recti die Denonvillier-Faszie an. In diesem Bereich verlaufen auch Blasen- und Sexualfunktion steuernde feinen Nerven.

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