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Narkoseeinleitung

Die laparoskopische Adrenalektomie in der hier beschriebenen Technik wird standardmäßig in Intubationsnarkose durchgeführt. Beim minimalinvasiven Vorgehen ist die Anlage eines Periduralkatheters zur postoperativen Schmerztherapie nicht routinemäßig vorgesehen. Zur Stressreduktion sollten die Patienten durch die Prämedikation medikamentös gut abgeschirmt sein. Intraoperativ besteht bei hormonaktiven katecholaminproduzierenden Tumoren das große Risiko von Blutdruckentgleisungen (sowohl Hyper- als auch Hypotensionen). Aus diesem Grund ist die Anlage einer arteriellen Blutdruckmessung und eines zentralvenösen (Mehrlumen-)katheters Standard. Bei relevanten kardio-vaskulären Vorerkrankungen kann das Legen eines arteriellen Messkatheters zur Bestimmung des Herzzeitvolumens erwogen werden. Bei Lagerung des Patienten in Seitenlage sollte eine Magensonde platziert werden. Die Indikation für einen Blasenkatheter sollte großzügig gestellt werden. Vor Induktion der Narkose sollte das Vorhandensein von Kreuzblut, ggf. Erythrozytenkonzentraten, sowie die Identität, Nüchternheit, Art des Eingriffs und Allergien abgefragt und bestätigt werden. Bei katecholaminproduzierenden Tumoren sollte die Narkose/ OP nur nach vorangegangener α- und ggf. β-Blockade über mind. 10 bis 14 d durchgeführt werden.

Für die postoperative Überwachung muss ein IMC/ICU-Bett vorhanden sein. Die perioperative Antibiotikaprophylaxe nach Anordnung des Operateurs sollte während der Narkoseeinleitung verabreicht werden.

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Erläuterung

Das Team Time Out (TTO) zwischen Anästhesisten, Chirurgen und Pflegepersonal erörtert patienten- und operationsspezifische Besonderheiten.

Die Lagerung des Patienten in Seitenlage stellt erhöhte Anforderungen an den Anästhesisten. Zum einen ist im Zuge der Umlagerung verstärktes Augenmerk auf die gute Fixierung der Katheter zu legen, um einen Verlust derselben zu vermeiden. Hier ist eine enge Kommunikation Anästhesist, Pflegepersonal und Operateur obligat. Zum anderen ist auf eine möglichst anatomisch korrekte Lagerung zu achten, um Lagerungsschäden v.a. an den Armen zu vermeiden.

Perioperativ kann es bei laparoskopischem Vorgehen mit Anlage eines Kapnoperitoneums im Zuge der Operation zu einer Resorption von CO2 mit Hyperkapnie kommen. Dies ist durch Anpassung der Beatmung zu verhindern, da dies durch Zunahme des pulmonalen Gefässwiderstandes zu vermehrter Rechtsherzbelastung und im Extremfall zur Rechtsherzdekompensation führen kann.

Perioperativ muss verstärktes Augenmerk auf Blutdruckschwankungen gelegt werden. Bei hormonaktiven, katecholaminproduzierenden Tumoren kann es zu extremen hypertonen Krisen kommen, vor allem bei Manipulation am Organ. Nach deren Entfernung oder der Ligatur der abführenden Vene fällt der Katecholaminspiegel extrem ab und kann zu einer anhaltenden Hypotonie führen. Bei vorbestehender relativer Hypovolämie wird die Hypotonie verstärkt und muß unverzüglich mit Vasopressoren und Volumen behandelt werden. Eine enge Kommunikation Anästhesist <-> Operateur ist wichtig.

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Postoperatives Vorgehen

Bei Normothermie, moderatem Blutverlust und kardio-respiratorischer Stabilität ist die Narkoseausleitung und Extubation noch im OP-Saal anzustreben.

Postoperativ sind die Patienten durch Kreislaufdyregulationen und Herzrhythmusstörungen gefährdet. Weiterhin besteht bei plötzlich verändertem Katecholaminspiegel die Gefahr von Entgleisungen des Glukose- und Elektrolytstoffwechsels. Deshalb ist die postoperative Verlegung auf eine Wach- oder Intensivstation erforderlich. Bei entsprechenden Risikofaktoren sollte eine PONV-Prophylaxe (postoperative nausea and vomitus) durchgeführt werden. Bei Übergabe auf der Intensivstation sind folgende Informationen relevant:

  • Postoperative Verordnungen zu Kostaufbau, Thromboseprophylaxe, Antibiotikatherapie
  • Art und Lage der Drainagen
  • Intraoperativer Verlauf, Blutverlust, begonnene Schmerztherapie
  • Kortisonsubstitutionsschema, wenn erforderlich (bei bds. Resektion oder bei Cushing-Syndrom) 

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