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Narkoseeinleitung

Routinemäßig wird die laparoskopische Ileozökalresektion in Allgemeinanästhesie als Intubationsnarkose durchgeführt. Die Narkosetaufrechterhaltung kann sowohl als balancierte aber auch bei Kontraindikationen gegen eine Inhalationsnarkose oder bekannter postoperativer Übelkeit und häufig auftretendem Erbrechen als total intravenöse Anästhesie (TIVA) durchgeführt werden. Manche Morbus Crohn Patienten zeigen aufgrund der stenosierenden Prozesse bereits eine Subileussymptomatik, so dass hier die Indikation für eine Rapid sequence Induction großzügig gestellt werden sollte.

Da es sich um einen minimalinvasiven Eingriff handelt, erfolgt die Blutdruckmessung nicht invasiv. Das Legen einer Magensonde ist wegen der Etablierung des Pneumoperitoneums obligat. Weiterhin sollten zwei Venenverweilkanülen mit verlängerten Infusionsleitungen gelegt werden, da intraoperativ beide Arme angelagert werden müssen. 30 min vor Hautschnitt wird eine Antibiotikaprophylaxe gegeben.

M. Crohn Patienten erhalten sehr häufig Cortion zur Immunsuppression. Falls die Tagesdosis des verwendeten Cortisonpräparates die Cushing-Schwelle überschreitet, und damit eine erhebliche Suppression der Nebennierenrinde zu erwarten ist, sollte Hydrocortison perioperativ und postoperativ substituiert werden (z.B. 50 mg Hydrocortiosn als Bolus zum Hautschnitt und 50 mg Hydrocortions mittels Spritzenpumpe über 24 h).

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Erläuterung

Das Team Time Out (TTO) zwischen Anästhesisten, Chirurgen und Pflegepersonal erörtert patienten- und operationsspezifische Besonderheiten.

Während des Eingriffs ist auf eine ausreichende Flüssigkeitssubstitution zu achten, da die Patienten durch die präoperative Darmvorbereitung einen erheblichen Flüssigkeits- und Elektrolytverlust erleiden können.  

Das Pneumoperitoneum reduziert den venösen Rückstrom und resultiert in einer Abnahme des Herz-Zeit-Volumens. Die Dehnung des Peritoneums kann zu einer vagalen Reizantwort und zu Bradykardien führen. Auch die Beatmungsdrücke steigen, so dass eine Optimierung der Narkosebeatmung durchaus sinnvoll ist. Eine leichte Kopftieflagerung kann der Abnahme des Herzzeitvolumens entgegenwirken.

 In Abhängigkeit von der OP-Dauer können mittellang wirkende Muskelrelaxantien eingesetzt werden (Cis-Atracurium).

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Postoperatives Vorgehen

Eine zügige postoperative Extubation ist im Rahmen der Fast-Track-Anästhesie bei diesem Eingriff unbedingt anzustreben. Die Magensonde kann nach Rücksprache mit dem Operateur vor Extubation entfernt werden.

Die weitere postoperative Betreuung findet bei unkompliziertem intraoperativem Verlauf auf der Normalstation statt.

Da die Minimalinvasivität dieses Eingriffes die Anlage eines Periduralkatheters nicht rechtfertigt, sollte der Patient postoperativ die Möglichkeit zur patientenkontrollierten Analgesie (z.B. Piritramid-PCA) erhalten.

Dem Anästhesisten sollten folgende Informationen mitgeteilt werden:

1. Lage der Drainagen

2. Anordnungen zu Nüchternheit und Kostaufbau

3. Anordnungen zur weiteren Therapie (Antibiotika, Magensonde)

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