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Chirurgisch relevante Anatomie

Die Nieren sind die den Retroperitonealraum beherrschenden Organe. Sie sind im Mittel 10 bis 12 cm lang, 6 cm breit und 3 cm dick. Form, Größe und Lage sind allerdings großen individuellen Schwankungen unterworfen. Normalerweise ist die linke Niere größer als die rechte, die etwas tiefer steht als die linke. Obwohl sich die Nieren mit ihrem Lager (s.u.) zwerchfellabhängig bewegen, wird ihre Projektion wie folgt angegeben: Der obere Pol liegt auf Höhe des 12. Brustwirbels, der untere Pol auf Höhe des 3. Lendenwirbels. Bedingt durch den M. psoas major, divergieren die Längsachsen der beiden Organe  nach unten: Zwischen den oberen Polen liegt eine Distanz von ca. 7 cm, zwischen den unteren 12 cm. Zudem befinden sich die beiden Organe nicht in einer strengen Frontalebene, sondern der konvexe Außenrand, Margo lateralis, ist dorsaler gelegen als der konkave Innenrand, Margo medialis, der die Nierenpforte, Hilum renalis, trägt.

Chirurgisch relevant sind die Faszienverhältnisse der Niere. Die Fascia thoracodorsalis besteht aus drei Schichten, einer Lamina superficialis, einer Lamina profunda und einer Lamina ventralis. Lamina superficialis und Lamina profunda hüllen paramedian den M. erector spinae ein, vereinigen sich lateral und geben dort den seitlichen Bauchmuskeln ihren Ursprung, Die Lamina ventralis bedeckt den M. quadratus lumborum und den M. psoas major. Die Fascia transversalis gibt der Fascia renalis ihren Ursprung. Diese spaltet sich am lateralen Rand der Niere in ein prärenales und ein retrorenales Blatt auf. Zwischen Niere und Faszienblättern liegt der perirenale Raum (Gerota-Raum). Das dünne, prärenale Blatt zieht nach medial, überkleidet die Renalgefäße, die Aorta und die Vena cava inferior, und findet über die Mittellinie Anschluss zum prärenalen Blatt der Gegenseite. Das feste, tiefe retrorenale Blatt ist teilweise mit der Faszie des M. quadratus lumborum und der des M. psoas major verwachsen und findet letztlich Kontakt zur Wirbelsäule. Im Bereich des oberen Pols sind die beiden Blätter verschmolzen und bilden eine eigene Kammer für die Nebenniere, sodass diese bei einer Entnahme der Niere unberührt bleibt.

Fettgewebe bildet das unmittelbare Lager der Nieren. Dieses, den Gerota-Raum füllende perirenale Fett (Capsula adiposa) umhüllt Niere und Nebenniere rundum, füllt das Hilum renale und bettet die Nierengefäße ein. Das pararenale Fettlager liegt hinter der Niere zwischen dem retrorenalen Blatt der Fascia renalis und der Fascia transversalis und ist individuell von sehr unterschiedlicher Dicke.

Faszien und Fettkörper bilden zusammen das funktionelle Nierenlager, das begrenzte Bewegungen der Nieren erlaubt.

Eine gewisse Lagefixierung erhält die Niere durch die am Hilum renale ein- und austretenden Leitungsbahnen. Die Lage der Gefäße ist meist folgende: ventral tritt die Vena renalis ein, dann folgt die Arteria renalis und dorsal tritt der Ureter aus. Die Arterie liegt dorsal der Vene, da die A. renalis dextra hinter der V. cava inferior zur rechten Niere zieht und die V. renalis sinistra vor der Aorta abdominalis zur linken Niere verläuft. Die linke Nierenarterie kann aber auch nach einer kranialen Schlingenbildung ventral vor der Vene münden. Von der A. renalis können Polarterien abgehen (15 %) oder die Nierenarterie ist gedoppelt (beide Gefäße der Aorta entspringend: 22%); in 4 % der Fälle sind drei Nierenarterien vorhanden. Der Ureter verlässt unterhalb der Nierengefäße das Hilum und ist meist etwas nach dorsal versetzt.

Die Bifurcatio aortae liegt auf Höhe des Unterrandes des 4. Lendenwirbels. Die beiden Aa. iliacae communes verlaufen retroperitoneal am medialen Rand des M. psoas major 4-8 cm abwärts vor das Sakroiliakalgelenk, ohne dabei Äste abzugeben. Dann teilen sie sich in die Aa. iliacae interna und externa auf. Die rechte A. iliaca communis zieht über die Wurzel der V. cava inferior und die Vv. iliacae communes hinweg. Die linke A. iliaca communis tritt von lateral vor die V. iliaca communis. Beide Aa. ilacae communes werden kurz vor ihrer Aufzweigung vom Ureter ihrer Seite überkreuzt. Gelegentlich liegen die Abgänge der Aa. ilacae communes von der Aorta ungleich hoch und die A. sacralis mediana geht dann (meist) von der linken A. iliaca communis ab.

Scheitel und dorsaler Teil des Körpers der Harnblase werden vom Peritoneum überzogen. Die dortige Wand der Harnblase weist folgenden Schichtenaufbau auf: Tunica serosa (Peritoneum), Tela subserosa, Tunica muscularis, Tela submucosa und Tunica mucosa. Die Muskelschicht der Blasenwand setzt sich aus einem äußeren Stratum longitudinale externum, einem mittleren Stratum circulare und einem inneren Stratum longitudinale internum zusammen (M. detrusor vesicae).  

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