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Narkoseeinleitung

Für diese Operation ist eine Allgemeinanästhesie mit Intubation das Narkoseverfahren der Wahl. Die postoperativ zu erwartenden Schmerzen sind im Gegensatz zu anderen abdominellen Operationen eher gering, so dass auf einen Periduralkatheter verzichtet werden kann. Nach Narkoseeinleitung erhalten die Patienten einen zentralvenösen Katheter, wobei wenn irgend möglich bei Vorhandensein eines peripheren Dialyseshunts die kontralaterale Seite punktiert werden sollte. Die Indikation zur Anlage einer invasiven arteriellen Druckmessung muss streng gestellt werden und periphere Zugänge sollten nach Möglichkeit am Handrücken etabliert werden, um potentielle Shuntgefässe zu schonen. Die Anlage einer Magensonde ist obligat, ebenso wie die Anlage eines Blasenspülkatheters, der die Möglichkeit zur retrograden Auffüllung der Blase intraoperativ bietet.

Bereits während der Einleitungsphase müssen Besonderheiten der immunsuppressiven Therapie geklärt werden, da u.U. besonders bei Patienten mit Hochrisikoprofil bereits ein frühzeitiger Beginn der intravenösen Gabe von immunsuppressiven Medikamenten nötig werden kann.

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Erläuterung

Das Team Time Out (TTO) zwischen Anästhesisten, Chirurgen und Pflegepersonal erörtert patienten- und operationsspezifische Besonderheiten.

Bei bereits dialysepflichtigen Patienten muss die letzte Dialyse für den präoperativen Tag geplant werden. Allerdings ist eine präoperative Kontrolle des Serum-Kaliums obligat, was u.U. eine unmittelbar präoperative Dialyse zur Folge haben kann. Die Operation erfolgt in Rückenlage. Neben den üblichen Lagerungsmassnahmen ist eine Abpolsterung des Shuntarms und dessen sorgfältige Lagerung besonders wichtig. Die Patienten werden mit einem konvektiven Wärmesystem gewärmt. Wichtig ist die rechtzeitige Einbestellung des Transplantatempfängers, um die Ischämiezeit des zu transplantierenden Organs möglichst kurz zu halten. Bei der Wahl des zentralvenösen Katheters spielt das bisherige Dialyseverfahren des Empfängers eine wichtige Rolle. Patienten, die mittels Peritonealdialyse behandelt werden, erhalten anstelle eines mehrlumigen ZVK`s einen Shaldonkatheter, der bei einer nicht sofortigen Funktionalität des transplantierten Organs vorrübergehend die Möglichkeit zur Behandlung mit Hämodialyse bietet. Auf eine ausreichende Relaxierung der Patienten bis zum Wundverschluss ist unbedingt zu achten. Ein ausreichender Perfusionsdruck (Mitteldruck mindestens 80 mmHg) ab dem Zeitpunkt der Reperfusion des Organs muss durch adäquate Volumensubstitution und ggf. durch Gabe blutdrucksteigender Substanzen, z.B. Katecholamine gewährleistet werden.

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Postoperatives Vorgehen

Üblicherweise werden diese Patienten postoperativ zur Überwachung nach Absprache mit allen Beteiligten auf einer Überwachungsstation betreut (IMCU/ITS). Möglichst zeitnah am OP-Ende wird das transplantierte Organ sonographisch hinsichtlich Durchblutung, Lage und möglicher Hämatomausbildung kontrolliert. Die Lokalisation der Drainagen bzw. einer eingelegten Harnleiterschiene müssen auf dem Operationsprotokoll vermerkt und an die nachbehandelnde Station übergeben werden. Gleiches gilt für Anordnungen zum postoperativen Ernährungsaufbau, der Thromboseprophylaxe und einer ggfs. weiterzuführenden Antibiotikabehandlung. Die Magensonde kann in aller Regel postoperativ nach Absaugen entfernt werden. 

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