Didaktisch aufbereitet

Online-OPs mit Full-HD-Videos, Text und Grafiken.

Garantierte Erfahrung

Alle Inhalte geprüft durch den Deutschen Ärzte-Verlag.

Flexible Nutzung

Beiträge im Abo oder als Einzelbeitrag erhältlich.

Sofort verfügbar

Inhalte können direkt nach dem Kauf genutzt werden.

Operative Verfahren in der Adipositaschirurgie

PD Dr. Goran Marjanovic, Oberarzt und seit 2012 Leiter der Adipositaschirurgie am Universitätsklinikum Freiburg, skizziert verschiedene operative Verfahren. In der Adipositaschirurgie am Universitätsklinikum Freiburg werden pro Jahr 150 bis 200 Eingriffe durchgeführt.

Die Deutsche Adipositasgesellschaft hat klare Vorgaben, wann operative Maßnahmen indiziert sind. Demnach liegt der untere BMI bei 35. Dabei müssen die Patienten Komorbitäten wie Diabetes, eine schwere Hypertonie oder schwere Gelenksbeschwerden aufweisen. Bei einem BMI von über 40 sind keine Nebenerkrankungen mehr erforderlich, um gemäß der Leitlinien eine bariatrische Therapie einzuleiten.

Auch für Patienten mit einem BMI unter 35 gibt es Überlegungen, eine chirurgische Therapie einzuleiten, wenn man weiß, dass sie zudem an Diabetes mellitus Typ 2 leiden. „Man weiß, dass die Operation darauf sehr gute Auswirkungen hat“, sagt Marjanovic.

Vor- und Nachteile von restriktiven und malabsorptiven Verfahren

In der Adipositaschirurgie sind verschiedene Eingriffe möglich, unter anderem Magenband, Magenballon, Sleeve-Gastrektomie und Magenbypass sowie eine Stufentherapie. Marjanovic unterteilt die Eingriffe in restriktive und malabsorptive und erklärt differenziert die Vor- und Nachteile der einzelnen Methoden. Er geht dabei auch auf Risiken und Nebenwirkungen wie das Eiweißmangelsyndrom und Ödeme ein.

Er führt außerdem aus, in welcher Häufigkeit die einzelnen Eingriffe bei Patienten in seinem Haus durchgeführt werden. Der Magenballon werde in der Regel nur im Rahmen einer Stufentherapie bei den stark adipösen Patienten eingesetzt. Die Komplikationen beim Magenband seien über eine längere Zeit betrachtet relativ hoch. „Das Magenband bauen wir deshalb mittlerweile häufiger aus als ein.“ Der Schlauchmagen (Sleeve) dagegen sei eine sehr häufige OP geworden – auch als erster Schritt in einer Stufentherapie. Der Magenbypass werde gleich häufig durchgeführt. Seltener hingegen sei das chirurgische Verfahren „biliopankreatische Diversion (BPD)".