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Nach wie vor sehr viele Ärzte und Krankenhäuser in Deutschland

In Deutschland gibt es nach wie vor eine überdurchschnittlich hohe Arztdichte, was auch für die Chirurgie gilt. Prof. Dr. Karl-Walter Jauch, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie und Direktor der Klinik für Allgemeine, Viszeral-, Transplantations-, Gefäß- und Thoraxchirurgie, bestätigt, dass es in Deutschland nach dem Bericht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung ausreichend viele Ärzte und auch genügend, wenn nicht sogar zu viele Krankenhäuser gibt.

Es werden mehr Ärzte im Vergleich zur Bevölkerungszahl ausgebildet als in den meisten anderen Ländern. Und: Die Deutschen haben mehr Arztkontakte als die Menschen in nahezu allen anderen Ländern. In Relation zur Bevölkerung gibt es mehr Krankenhausbetten und vor allem mehr Fachabteilungen, Deutschland ist in punkto Arztdichte Spitzenreiter in der Frequenz von Herzkathetern und beim Einsetzen von Hüft- oder Kniegelenken. Die Wartezeit auf Operation ist die geringste, und das Gesundheitswesen ist in Relation zur Wirtschaftsleistung nach wie vor eines der teuersten der Welt.

Überversorgung in Metropolen, Unterversorgung auf dem Land

Es herrsche angesichts der Arztdichte ein regionales Verteilungsproblem vor, da es die Ärzte meist nur noch in die Metropolregionen ziehe, wo dann eine Überversorgung bestünde, während auf dem Land das genaue Gegenteil der Fall sei. Dieses Problem sei allerdings überall auf der Welt bekannt. Viele Ärzte verrichteten zudem Arbeiten, die eigentlich nicht zum Umfang des Arztberufes zählten. Man müsse die Ärzte in den Bereichen Verwaltungs- und Dokumentationsaufgaben daher entsprechend entlasten, fordert Jauch.

Bei etwa 2000 Krankenhäusern könnten noch rund 400 Kliniken zumindest im Bereich der Akutversorgung abgebaut werden, so Jauch. Bezüglich der Betten solle man nicht so scharf urteilen, da sich die künftige Entwicklung der Demografie nicht ohne Weiteres genau vorhersagen lasse.