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Zu wenige Ärzte trotz hoher Arztdichte

Prof. Dr. Stefan Post, Direktor der Chirurgischen Klinik der Uniklinik in Heidelberg, erklärt, wie es gleichzeitig Klagen über Ärztemangel und Statistiken über eine überdurchschnittlich hohe Arztdichte geben kann. Es gibt unbesetzte Arztstellen in vielen Kliniken, Krankenhäuser schreiben rote Zahlen und drohen pleite zu gehen. All dies wird in Horrorszenarien von vielen Seiten gezeichnet, immer wieder steht am Ende die gleiche Feststellung: Das Gesundheitswesen ist unterfinanziert.

Wirft man einen Blick auf die Zahl der offenen Stellen und Gesuche sowie die großen Probleme chirurgischer Abteilungen neue Mitarbeiter zu finden, lässt sich festhalten: Es gibt tatsächlich einen Mangel an Fachkräften auf dem Arbeitsmarkt. Diese Statistiken zum Ärztemangel müsse man sich aber aus einer anderen Perspektive anschauen, so Post. Deutschland weise im Vergleich zu den europäischen Nachbarn eine der höchsten Arztdichten auf, die Zahl der Ärzte in den Krankenhäusern sei in den vergangenen zehn Jahren kontinuierlich gestiegen. Es herrsche eine Überversorgung, kein Ärztemangel. Deutschland verfüge über mehr Krankenhausbetten als die Nachbarn und es würden deutlich mehr Operationen durchgeführt als im Ausland. Diese Tatsachen generierten auch immer größeren Bedarf an Arbeitskräften.

Überversorgung beseitigen, Qualitätssicherung anstreben

Das Krankenhauswesen leide unter erheblichem Stress. Das preisbasierte DRG-System setze immer höhere Anforderungen, eine immer größere Arbeitsverdichtung, eine immer höhere Schlagzahl. Der Anreiz im System, immer mehr zu machen, resultiere aus der Möglichkeit, durch größeren Aufwand aus den roten Zahlen zu kommen. Das Problem könne durch die Beseitigung der Überversorgung gemildert oder ganz aus der Welt geschafft werden. Dann hätte man für alle im Lande notwendigen Eingriffe und Maßnahmen genügend Ärzte.

Dazu müssten Abteilungen oder ganze Krankenhäuser geschlossen werden. Allerdings solle nicht jedes kleine Kreiskrankenhaus pauschal geschlossen, sondern eine Qualitätssicherung angestrebt werden. Demnach würden alle Krankenhäuser und Abteilungen weiter im Dienst bleiben, die sowohl bei den Eingriffen die besten Ergebnisse lieferten, als auch bei den Indikationen nur die wirklich notwendigen Operationen ansetzten.