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Sinnvolle Anreize für Zielvereinbarungen

Prof. Dr. Hans-Joachim Meyer, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie, beantwortet die Frage, ob es auch sinnvolle Anreize für Bonusverträge von Chefärzten gibt. Wie eine aktuelle Untersuchung zeigt, sind Bonusvereinbarungen in Chefarztverträgen von circa fünf Prozent im Jahr 1995 auf jetzt bis zu 45 Prozent angestiegen. In der gleichen Zeitspanne wurde jedoch das Liquidationsrecht des Arztes, wenn es überhaupt noch erteilt wurde, deutlich zurückgefahren – das führte zu einer Reduktion des Gesamteinkommens der Chefs. Die Chefarzt-Boni stellen also keinen zusätzlichen Verdienst, sondern eher einen Bestandteil der Gesamtvergütung bei abgesenktem Festgehalt dar.

Bonusverträge für Chefärzte sorgten vor allem im Zusammenhang mit den Transplantationsskandalen für negative Schlagzeilen. Zielvereinbarungen könnten dann sinnvoll sein, wenn man sich von der reinen Zahlenproblematik distanziere. Es gäbe auch viele andere Parameter, die Gegenstand eines solchen Vertrages sein könnten. Um eine Qualitätsförderung sicherzustellen, könne die Zahlung von Chefarzt-Boni qualitätsorientiert erfolgen. Bei solchen Vereinbarungen dürfe dann zum Beispiel eine bestimmte Rate an Komplikationen und Infektionen nicht überschritten werden.

Boni auch für Zufriedenheit der Mitarbeiter

Weichere Parameter bei der Vergabe von Boni seien die Weiterbildungsqualität sowie die Zufriedenheit der Mitarbeiter und der Patienten, die durch Evaluationen festgestellt werden könnten. Der Wechsel von quantitativen zu qualitativen Parametern bei der Boni-Vergabe würde bereits in England und Skandinavien funktionieren – in Deutschland sei es allerdings extrem wichtig, dass diese Vereinbarung von allen Fachverbänden gemeinsam getroffen würde. Man dürfe bei diesen Punkt nicht in unterschiedliche Richtungen rudern, meint Meyer.

Es gibt Diskussionen um die Zahlen bei der Indikationsausweitung durch falsche Anreize. Meyer spricht von 10 bis maximal 15 Prozent. Im Fall der Endoprothesen-Chirurgie sei die entsprechende Fachgesellschaft derzeit intensiv damit beschäftigt, ihre Zahlen zum Thema Bonusvereinbarungen ganz genau zu analysieren. Dies sei in Zukunft die Aufgabe aller Fachgesellschaften, um Aufklärungsarbeit bei der Vergabe von Boni zu leisten und eine klare Transparenz für alle zu schaffen.