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Finanzierungsprobleme und regionale Unterschiede

Prof. Dr. Hans-Peter Bruch, Präsident des Berufsverbandes der Deutschen Chirurgen (BDC), erklärt die Problematik der Finanzierung des Gesundheitssystems und den extremen zusätzlichen Bedarf an Leistung durch das Personal. Außerdem bewertet er die Ergebnisse regionaler Umfragen, die unterschiedliche Versorgungsstrukturen aufzeigen.

Die Löhne und die Sachkosten im Gesundheitssystem würden immer weiter steigen, genauso wie die Erhaltungskosten der Krankenhäuser und die Kosten für Maßnahmen, die die Infrastruktur begünstigen und fördern. Das Bruttosozialprodukt in Deutschland steige seit Jahrzehnten exponentiell. Im Gegensatz dazu würden im Gesundheitssystem Deutschlands die Zuwendungen für Kliniken abnehmen. Was an zusätzlichen Kosten auf die Kliniken zukommt, müsse daher durch Leistung aufgewogen werden.

Zu teures Gesundheitssystem ändern

Ein Rechenmodell zeigt, dass bei moderater Kostenzunahme von bis zu sieben Prozent die Leistung in 21 Jahren entsprechend um 400 Prozent steigen müsste, um dies aufzufangen. Dies stelle ein exponentielles Wachstum der Leistung dar, das es in keinem anderen Bereich gebe. Bei begrenzten finanziellen und menschlichen Ressourcen führe eine solche Rechnung darüber hinaus in die Irre: Wenn das System zu teuer ist, müsse man es ändern. Trotzdem müsse das Patientenwohl nach wie vor im Mittelpunkt des Denkens und des Handelns stehen.

Die Initiative „Faktencheck Gesundheit“, die regionale Unterschiede in der Versorgung im deutschen Gesundheitssystem feststellte, bewertet Bruch als positiv. Allerdings müsse man die Aussagekraft dieser Umfragewerte stets relativieren. Betrachte man nämlich nicht die Gesamtheit der Fakten, käme man zu Schlüssen, die der Realität des Gesundheitssystems mitunter nicht gerecht würden. Wenn man in zwei Gebieten mit unterschiedlichem Bildungsstand eine Untersuchung macht, komme man zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen. Das gleiche Problem gebe es bei einer Umfrage in zwei Gebieten, in denen die Zahl der niedergelassenen Ärzte sehr unterschiedlich ist.