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Das optimale Verfahren hängt vom Patienten und Chirurgen ab

Prof. Dr. Stefan Post, Direktor der Chirurgischen Klinik der Uniklinik in Heidelberg, erklärt die Unterschiede zwischen offenem und laparoskopischem Eingriff beim Leistenbruch und welcher Patient wie behandelt werden sollte. Diese Frage nach dem optimalen Verfahren beim Leistenbruch sei nicht homogen zu beantworten, erklärt Post. Es hinge immer vom Patienten und seinen Präferenzen sowie vom Chirurgen und seinen Präferenzen ab. Nicht jeder Leistenbruch müsse unbedingt operiert werden: Bei minimalen Beschwerden könne der Bruch auch zunächst beobachtet werden. Bei stärkeren Beschwerden und vor allen bei weiblichen Patienten (höhere Einklemmungs- und Komplikationsgefahr) sei die Operation jedoch zu empfehlen.

Entscheiden müsse man sich nun zwischen dem klassischen Schnitt von vorne und dem endoskopischen Verfahren. Der Vorteil bei der Behandlung des Leistenbruchs mit der klassischen Variante sei die Möglichkeit der örtlichen Betäubung. Manche Patienten seien nicht fit genug für eine Vollnarkose, oder wollten diese schlicht und ergreifend nicht. Für diese Patienten sei das offene Verfahren die Therapie der Wahl. Bei der endoskopischen Behandlung seien auf langfristige Sicht die chronischen Beschwerden erwiesenermaßen geringer. Dieser Eingriff erfordere jedoch eine größere chirurgische Expertise. Wenn auch selten, so könnten doch gravierende Komplikationen auftreten, mit denen der Chirurg dann umgehen können müsse.

Netze minimieren Gefahr eines erneuten Leistenbruchs

Generell solle man alle Leistenbrüche mit einem Kunststoffnetz verstärken. Dadurch verringere sich die Gefahr eines erneuten Bruchs, außerdem seien chronische Beschwerden deutlich geringer als im Vergleich zum klassischen Nahtverfahren. Es gibt viele verschiedene Netze, die allerdings nicht alle in harten klinischen Studien belegt seien. Bei offenen Verfahren empfänden die Patienten generell allerdings ein leichtgewichtiges und weniger steifes Netz als deutlich angenehmer.

Die Diskussion TEP- oder TAPP-Verfahren dauere noch an. Die eigene Schule und die Gewohnheit spielten wohl bei der Frage nach dem optimalen Verfahren beim Leistenbruch eher eine Rolle als objektive Daten. Wenn ein Arzt das jeweilige Verfahren der Leistenbruch-OP perfekt beherrsche, seien beide wohl als gleichwertig einzustufen.