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Mentales Training zur Vorbereitung auf eine Operation

Mentales Training ist die planmäßige und bewusste Vorstellung einer Handlung oder Bewegung, ohne deren gleichzeitige praktische Ausführung. Die Methode funktioniert nicht nur im Sport oder in der Luftfahrt, sondern auch in der Chirurgie, sagt Dr. Marc Immenroth, Sportpsychologe und Marketing Manager Ethicon Surgical Care, Johnson & Johnson Medical GmbH.

Dazu wählt man eine bestimmte Operation aus und unterteilt sie in zehn bis 15 zentrale Knotenpunkte. Diese werden auswendig gelernt, dann folgt eine Konzentrationsübung zur Atementspannung unter Anleitung eines mentalen Trainers. Der mental Trainierende geht anschließend die OP vor seinem inneren Auge durch.

Mentales Training hilft auch bei Komplikationen

Mentales Training hilft auch zur Vorbereitung auf den Umgang mit typischen Komplikationen. „Man kann nie alle Eventualitäten vorhersehen, aber die meisten kann man in das mentale Training integrieren und hat deshalb eine gewisse Handlungssicherheit“, sagt Immenroth. Er arbeitet seit 15 Jahren mit dieser Methode und hat in dieser Zeit über 400 Personen mental trainiert.

Mentales Training funktioniert nicht, wenn man die Bewegung oder Handlung noch nie selbst durchgeführt hat. Aber sie eignet sich bereits für Anfänger mit geringen praktischen Vorkenntnissen. Zunächst werden die Sitzungen von einem mentalen Trainer begleitet, wer das Prinzip verinnerlicht hat, kann es anschließend selbst durchführen und auf andere Operationen transferieren.

Immenroths Ziel ist es, nicht nur den operierenden Chirurg, sondern das OP-Team zu schulen. Denn das Team profitiert noch viel mehr davon, wenn es jeweils weiß, was der Chirurg in diesem Moment plant und dazu benötigt. Eine sehr gute Koordination der einzelnen Gruppenmitglieder wäre dadurch gewährleistet, argumentiert der Experte. In der Chirurgie ist das noch Zukunftsmusik, im Sport hat er bereits ganze Mannschaften erfolgreich trainiert.