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Chirurgen und Nichtchirurgen müssen sich austauschen

Ein Chirurg muss wichtige, oft lebenswichtige Entscheidungen treffen und ist einer der wichtigsten Ansprechpartner für den Patienten. Trotzdem sollen bei der Frage der Operabilität Chirurgen mit anderen Kollegen zusammenarbeiten, um das Wohlsein des Patienten zu gewährleisten. Prof. Dr. Hans-Peter Bruch, Präsident des Berufsverbandes der Deutschen Chirurgen (BDC), erklärt, in welchen Situationen interdisziplinäre Beratungen von entscheidender Wichtigkeit sein können.

Es gebe klare Indikationen für eine Operation, und in diesem Fall sei es vollkommen richtig, wenn der Chirurg als Primärarzt agiere. Es gebe aber auch sehr viele Fälle, bei denen eine interdisziplinäre Absprache notwendig sei. Wenn Patienten zum Beispiel multimorbide sind, gebe es verschiedene therapeutische Optionen, die zum gleichen Ziel führen würden. Dann müssten alle Optionen verschiedener Disziplinen in Betracht gezogen werden. Auf der anderen Seite gebe es aber auch Situationen, in denen sich der Chirurg durchsetzen müsse: In manchen Einzelfällen würden Nichtchirurgen über die Frage der Operabilität entscheiden, obwohl sie weder in der Lage seien abzuschätzen, was heute chirurgisch möglich ist, noch welchen Effekt die jeweiligen chirurgischen Möglichkeiten haben. Ein Beispiel dafür wäre der Rückfall eines Patienten nach einem Tumorleiden, bei dem nun verschiedene Organsysteme betroffen seien. Oft würde die Chemotherapie als letzter Ausweg festgelegt, obwohl das oft nicht richtig sei. Es gebe viele Beispiele für Langzeitüberleben nach Therapien, bei denen Chirurg, Radiotherapeut und Onkologe zusammengearbeitet haben und der Chirurg im Endeffekt entschieden habe, dass eine operative Intervention richtig sei.

Chirurgie für den Nachwuchs attraktiv

Dass das Fach Chirurgie für den Nachwuchs attraktiv ist, hält Bruch für fast selbstverständlich. Der Beruf des Chirurgen habe etwas mit der direkten Beziehung zwischen Patient und Arzt zu tun – die direkteste Beziehung, die es überhaupt gebe, wie Bruch meint. Der Chirurg müsse sich ein tiefes Patientenvertrauen erarbeiten. Außerdem brauche der Chirurg – gerade bei der Frage der Operabilität – hohe Entscheidungsfreudigkeit; der Beruf stünde nicht selten am Ende einer Kette (rupturierte Aortenaneurysmen, schwere Unfälle mit Leber-, Milz- oder Pankreaszerreißungen etc.). Hier wirke der Chirurg unmittelbar als Lebensretter. Außerdem erfordere das Fach absolute Präzision und sei verbunden mit der Bereitschaft, ein Kunsthandwerk zu erlernen und mit Perfektion auszuführen.