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Gute Weiterbildung führt Chirurgen zur Bundeswehr

Angehende Chirurgen bewerben sich bei der Bundeswehr, weil sie dort die hohe Weiterbildungsqualität schätzen. Oberstarzt Prof. Dr. Christian Willy, Leitender Arzt der Orthopädie / Unfallchirurgie am Bundeswehrkrankenhaus Berlin, erhält wöchentlich Bewerbungen hochqualifizierter Ärzte, auch aus dem zivilen Bereich, die aus diesem Grund eine Laufbahn bei der Bundeswehr anstreben.

Die Bezahlung hingegen motiviere diese jungen Kollegen nicht, sagt Willy. „Sie erwarten bei der Bundeswehr die beste Weiterbildung.“ Im Sanitätsdienst der Bundeswehr arbeiten ihm zufolge rund 100 Chirurgen, mindestens ebenso viele befinden sich in der Weiterbildung zum Facharzt für Chirurgie.

Auslandseinsatz frühestens im 3. Ausbildungsjahr

Fünf Bundeswehrkrankenhäuser an den Standorten Koblenz, Hamburg, Berlin, Ulm und Westerstede gibt es in Deutschland. Sie wurden gegründet, weil, so Willy, die Bundeswehr „Menschen mit speziellen Fähigkeiten ausbilden muss“. Diese Fähigkeiten benötigt ein Chirurg der Bundeswehr zum Beispiel bei Auslandseinsätzen.

Frühestens im 3. Ausbildungsjahr geht ein angehender Chirurg als Assistenzarzt zusammen mit einem Facharzt ins Ausland. Zuvor durchlaufe er eine strukturierte Ausbildung in der Klinik und arbeitet anschließend meist zwei bis drei Jahre als Truppenarzt. Pflicht sei der Auslandseinsatz nicht, aber es bestehe ein gewisser sozialer Druck, sagt Willy.

Eine weitere Besonderheit der chirurgischen Ausbildung bei der Bundeswehr: Jeder Chirurg macht zwei Fachärzte, einen für allgemeine Chirurgie, einen weiteren, mit dem er sich auf ein Fachgebiet wie die Viszeral- oder Thoraxchirurgie spezialisiert. Damit solle verhindert werden, dass sich angehende Chirurgen von vorneherein zu stark spezialisieren: „Dass man die Unfallchirurgie lernt, ohne jemals einen verunfallten Bauch gesehen zu haben, ist theoretisch mit der modernen Weiterbildungsordnung möglich. Das wollen wir vermeiden“, sagt Willy.