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Auswirkungen auf Entstehung von Behandlungszentren

Prof. Dr. Hans-Joachim Meyer, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie, erläutert wie sich das Vorantreiben von Zertifizierungen und die Bildung von Zentren auf die Klinikstruktur auswirken. Zertifikate dienen dazu, Institutionen zu bescheinigen, dass sie in ihrem speziellen Fachgebiet eine anerkannte, adäquate Versorgung bieten. Wer legt jedoch die Richtlinien fest, nach denen Zertifikate vergeben werden? Kann man solche allgemeingültigen Richtlinien für die vielen verschiedenen Disziplinen überhaupt finden, ohne den gesamten Prozess der Zertifizierung zu sehr zu verkomplizieren?

Zunächst einmal sei der Begriff „Zentrum“ nicht geschützt. Jeder könne sich Zentrum für XY nennen. Wenn allerdings Fachwissen – möglicherweise auch interdisziplinär – zusammenkommt, sei es sinnvoll, Zentren zu bilden und diese auch so zu nennen. Eine Zertifizierung bringe der Institution per se nicht einen einzigen zusätzlichen Patienten. Denn diese informierten sich genau über die Möglichkeiten der jeweiligen Einrichtung und entschieden danach, ob eine Behandlung in Frage kommt oder nicht.

Zertifizierung bedeutet enormen Aufwand

Mittlerweile gäbe es bereits 250 Zentren für die Therapie von Darmkrebs, der Prozess der Zertifizierung sei für den Zertifizierten ein enormer Aufwand, sowohl im technischen als auch im organisatorischen Bereich. Die Institutionen, die die Zertifizierungen mitunter durchführen, verdienten gut daran. Vor allem die Fachgesellschaften sollten daher diesen Prozess durchführen, denn nur wenn eine Qualitätskontrolle gegeben ist, sei die Zertifizierung sinnvoll und für den Patienten nützlich.

Wie sollte eine risikoadjustierte Qualitätssicherung aussehen? Eine Qualitätssicherung sei ohne Frage notwendig, so Meyer, müsse aber auch immer objektiv bleiben. Die Zahlen aus verschiedenen Krankenhäusern könnten nicht mehr als Maßstab herangezogen werden. Viele Krankenhäuser unterscheiden sich dafür zu sehr: Es gäbe einige, mit sehr vielen Hochrisikopatienten (hohes Alter, Schwere der Krankheit) und einige, bei denen vornehmlich jüngere, gesündere Patienten behandelt würden.

Adjustierte Dokumentationen müssten daher einfach und schnell sein und nicht zu umfangreich, um gute Ergebnisse erreichen zu können. Viele Kostenträger verfügten schon über die nötigen Daten, diese seien allerdings häufig nicht frei zugänglich. Die Qualitätskontrolle müsse aber definitiv weiter durchgeführt werden.